Businessregel Nr. 1 – Dresscode

In unserer Reihe „Businessregeln“ zeige ich euch, was ihr im Geschäftsleben beachten und wie ihr euch verhalten solltet, um den Vorgesetzten, Kollegen und Geschäftspartner von euch zu überzeugen. In diesem Beitrag geht es um die richtige Kleidung im Büro.

Eines vorweg, bei der Vielzahl an Berufszweigen ist es fast unmöglich eine pauschale Empfehlung zum Kleidungsstil abzugeben und würde hier definitiv auch den Rahmen sprengen. Denn was in der Modebranche oder im Marketing vollkommen alltäglich ist, kann in der Versicherungsbranche ein absolutes No-Go sein. Ich beschränke mich daher auf ein paar allgemeine Tipps. Letztendlich muss jeder seinen eignen Stil finden mit dem er sich wohl fühlt. Denn nur wer sich in seiner Kleidung wohl fühlt, strahlt die nötige Sicherheit aus, die es braucht, um sich in der Geschäftswelt zu behaupten. Was natürlich nicht bedeutet, dass man mit Jogginghose und abgelatschten Turnschuhen ins Büro kommen kann.

Bei der richtigen Kleidung im Berufsleben spielen Trends meist eine untergeordnete Rolle – Modebranche ausgeschlossen. Gleiches gilt für den Preis der Kleidung, die man trägt. Auch ein Outfit unter 100 Euro kann ein toller Look sein, solange die Verarbeitung gut ist. Das Wichtigste ist eine gepflegte Erscheinung. Dies gilt nicht nur für die Kleidung, sondern auch für die Person selbst. Tägliches Waschen und Kleiderwechseln sollten daher selbstverständlich sein.

Die oberste Regel für die Kleiderwahl in der Businesswelt ist: Besser overdressed als underdressed! Der Klassiker bei Frauen ist das Kostüm mit einem knielangen Rock oder der Anzug.
Im Stehen wird beim Blazer der oberste – bei drei Knöpfen auch der mittlere – Knopf zugeknöpft. Dies hängt jedoch vom Schnitt des Blazers ab. Moderne oder ungewöhnlich geschnittene Blazer können zugeknöpft komisch aussehen – also vorher vor dem Spiegel ausprobieren.
Im Sitzen wird der Blazer aufgeknöpft, damit er keine hässlichen Falten wirft. Bei Kundenterminen wird der Blazer anbehalten, egal wie warm es ist, das wirkt professioneller. Kombiniert wird der Anzug oder das Kostüm klassisch mit einer Bluse. Frauen dürfen aber auch ein T-Shirt unter dem Sakko tragen.

Die typischen Farben in der Businesswelt sind grau und blau. Schwarz kann im Alltag problematisch sein, weil es meist nur zu bestimmten Anlässen getragen wird. Außerdem wirkt es auf das Gegenüber schnell dominant, was sich zum Beispiel durch feine Nadelstreifen etwas abschwächen lässt.
Generell gilt, dass Frauen farblich stärker variieren dürfen. Modefarben sind in Ordnung sollten jedoch mit gedeckten Farben kombiniert werden, z. B. eine rote Bluse zum grauen Anzug. Im Sommer sind Pastellfarben in Ordnung.
Schuhe, Gürtel und Tasche sollten die gleiche Farbe haben und am besten aus dem gleichen Material gemacht sein. Wie bereits erwähnt, hängt die Kleider- und Farbwahl stark von dem Beruf ab, den man ausübt. Je kreativer der Job, desto kreativer kann die Kleidung und deren Farbe sein.

Frauen haben es in der Geschäftswelt auch so schon schwer genug, daher sollte die Kleiderwahl nicht zu freizügig sein. Das wirkt schnell inkompetent. Ein tiefer Ausschnitt, zu kurze Röcke oder ein bauch- und/oder schulterfreies Outfit sind daher tabu. In vielen Berufszweigen gilt das übrigens auch für zu hohe Schuhe und Peeptoes.

Der Absatz des Schuhs sollte nicht höher als sechs Zentimeter sein und kein Plateau haben – allerdings muss ich gestehen, dass ich mich meist weigere, diese Regel zu befolgen, weil ich a) hohe Schuhe liebe und mir b) bei meiner Körpergröße keine Wahl bleibt, wenn ich meinem Gegenüber auf „Augenhöhe“ begegnen will.
Ob Stiefel im Winter zum Kostüm getragen werden, hängt vom Beruf ab. In konservativen Branchen rate ich eher davon ab. Bei neuen Schuhen bitte nicht vergessen, das Preisschild an der Sohle zu entfernen. Bei Kundenterminen ist eine Strumpfhose bzw. Strümpfe Pflicht. Am besten immer eine Ersatzstrumpfhose mitnehmen!

Zu viele Accessoires wie beispielsweise Tücher, Gürtel und Schmuck lenken das Gegenüber ab. Daher sollten nicht mehr als fünf Accessoires zum Outfit getragen werden. Auch über Schreibutensilien sollte man sich Gedanken machen. Ein schöner Kugelschreiber oder Füller wirken kompetenter, als der billige Plastikkulli, den man mal als Werbegeschenk bekommen hat.

Zu einer gepflegten Erscheinung gehört auch der Geruch. Hier gilt: Weniger ist mehr. Parfüm sollte erst ab einer Armlänge wahrgenommen werden können. Am besten trägt man Parfüm an Stellen auf, an denen das Blut pulsiert, wie beispielsweise den Handgelenken und am Hals, das trägt den Duft besser.
Vorsicht beim Sprühen auf die Kleidung, einige Parfüms hinterlassen Flecken. Damit sich die Nase nicht zu sehr an einen Duft gewöhnt und man so Gefahr läuft, zu viel aufzutragen, empfiehlt sich ein regelmäßiger Wechsel zwischen mehreren Düften.

Auch die Fingernägel gehören zu einer gepflegten Erscheinung dazu. Sie sollten nicht zu lang und am besten rund gefeilt sein. Lackierte Nägel sehen oft gepflegter aus, selbst wenn es nur Klarlack ist.
Aber Vorsicht, abblätternder Nagellack ist ein absolutes No-Go! Von eckigen Plastikfingernägeln – am besten noch mit Glitzerlack – rate ich dringend ab. Sie wirken auf das Gegenüber oft inkompetent und man wird als „Die Frau mit den Plastiknägeln“ abgestempelt.




FacebooktwitterpinterestmailFacebooktwitterpinterestmail

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.