Qualität statt Quantität

Schuhe sind meine große Leidenschaft – soweit nichts Neues. Was viele von euch allerdings nicht wissen, ist, dass ich entgegen der weitläufigen Meinung gar nicht so viele Schuhe besitze. Die Anzahl bewegt sich im unteren zweistelligen Bereich. Der Grund dafür ist relativ einfach: Gerade bei Schuhen investiere ich lieber in Qualität statt Quantität – und die hat bekanntlich ihren Preis. Und da ich leider nicht zu den Topverdienern gehöre, beschränkt sich mein Repertoire auf eine kleine, aber feine Auswahl. Denn bevor ich mir fünf günstige Paar Schuhe kaufe, investiere ich dieses Geld lieber in ein qualitativ hochwertiges und entsprechend teureres Paar.

Bei Schuhen ist die Qualität in meinen Augen daher so wichtig, weil sie das Kleidungsstück sind, das im Alltag am meisten leisten muss. Sie tragen uns den ganzen Tag durch die Gegend. Eine unbequeme Hose lässt sich zur Not noch ertragen. Ein unbequemes Paar Schuhe kann einem den Tag zur Hölle machen. Das gilt vor allem für High Heels. Es gibt zwar sicherlich auch im unteren Preissegment bequeme hohe Schuhe, nur leider hatte ich bisher nicht das Glück, ein solches Paar zu finden. Das liegt hauptsächlich am Fußbett. Bei qualitativ hochwertigen Schuhen, verteilt sich das gesamte Körpergewicht gleichmäßig auf den ganzen Fuß. Bei günstigen Modellen rutscht man in der Regel von den Fußballen auf die Zehen. Das kann relativ schnell sehr schmerzhaft werden.

Gerade bei hohen Schuhen ist es also enorm wichtig, dass die Qualität stimmt. Zu allererst sollte der Schuh aus Leder sein. Das passt sich dem Fuß besser an und sorgt für einen höheren Tragekomfort. Außerdem schwitzt der Fuß weniger als in Plastikschuhen, da Leder atmungsaktiv ist. Hinzu kommt, dass Qualitätsschuhe oft in Handarbeit gefertigt werden. Das kann bis zu 100 Arbeitsgänge und mehr erfordern. Hinzu kommt eine ständige Qualitätskontrolle. Auch Dinge wie Schnitt, Design, Absatz, Qualität des Leders und Innenfutters sowie der richtige Klebstoff machen einen guten Schuh aus. Das wirkt sich natürlich auf den Preis aus.

Mindestens genauso wichtig sind allerdings Passform und richtige Größe. Bis zu meinem 21. Lebensjahr war ich der festen Überzeugung, Schuhgröße 36 zu haben. In den Läden, in denen ich damals meine Schuhe gekauft habe, war das die kleinste erhältliche Größe. Also habe ich immer dazu gegriffen und mich dann gewundert, dass ich in hohen Schuhen nicht richtig laufen konnte, weil ich ständig nach vorne gerutscht und hinten aus dem Schuhe geschlappt bin. Erst als ich eines Tages aus einem Impuls heraus in eine italienische Schuhboutique spaziert bin, die hochwertige Schuhe auch in kleineren Größen im Sortiment hatte, erklärte mir die Verkäuferin, dass ich jahrelang die falsche Größe gekauft habe.

Das Paar, das ich damals aus dem Laden mitgenommen habe, hat mir erst Lust auf hohe Schuhe gemacht. Denn hier habe ich zum ersten Mal festgestellt, dass sie nicht unbequem sein müssen und ich sehr wohl darauf laufen kann. Klar tun auch mir nach einem langen Tag die Füße weh, alles andere wäre gelogen. Aber es dauert sehr viel länger, bis die Schmerzgrenze erreicht ist :-)

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